„Ich kann mich erinnern wie mir der Kinderarzt an diesem Montagabend mitteilte, dass wir jetzt sofort ins Krankenhaus fahren müssten, es wäre sonst nicht sicher, dass unsere Tochter diese Nacht überlebt. Ich war in einem Zustand wie neben mir, konnte diese Diagnose nicht realisieren, greifen, wie in Trance organisierte ich ein paar Kleidungsstücke und wir wurden eine Stunde später bereits in der Klinik erwartet.
Alles ging unglaublich schnell. Die Diagnose wurde bestätigt, wir kamen sofort in das Behandlungszimmer und die erste Chemotherapie wurde bereits verabreicht. Auf meinem Schoss eine riesengroße Mappe über die Behandlung und die Nebenwirkungen.
Ich lag Nachts neben meiner Tochter im Klappbett und war mitten in einer Welt, die ich stets weit weg geschoben hatte aus Angst. Nichts wirklich nichts im Außen an ToDo`s schien mehr wichtig. Außer das Wohlbefinden meiner Tochter und meiner Familie.
Mir wurde bewusst das die Realität nicht in der Erfüllung der ToDos liegt, sondern jetzt hier in diesem Augenblick. Mein ganzes System stellte sich um in den Funktionsmodus und in den Überlebensmodus für meine Tochter. Der Klinik musste ich nun die Behandlung anvertrauen aber alles rundherum lag auch zu einem großen Teil in meiner Hand und meiner Verantwortung.
Mir war sehr schnell klar. Es ist jetzt so und ich bin als Elternteil jetzt genau da wo ich sein möchte, an der Seite meiner Tochter und begleite Sie, erinnere Sie an Ihre Kraft, unvermeidbar auch in meiner Kraft anzukommen.“